Natürliche Rhythmen

Deinen Akku laden – natürliche Rhythmen nutzen

Lade Deinen Akku: Natürliche Rhythmen für Dich nutzen

 

Seit ich denken bin, verläuft mein Berufsleben in Phasen.

Phasen voller Aktivität, in denen unheimlich was los ist und Phasen, in denen es ganz ruhig zugeht.

Als ich mich selbstständig gemacht habe, ist mir das plötzlich viel mehr aufgefallen und es hat mich auch verunsichert. Ich dachte, es müsse jetzt immer viel los sein!

 

Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und gelernt, dass es natürliche Rhythmen gibt und dass es gut ist, Ruhephasen zu haben.

Was ich meine und wie diese Rhythmen sich für Yogalehrer zeigen, darum geht es in diesem Artikel!

 

Ich finde es sinnvoll, sich an den Rhythmen der Natur zu orientieren.

In der heutigen Zeit geht es vielen nur noch um mehr, mehr, mehr.

Wie können wir davon weg kommen und die natürlichen Rhythmen für uns nutzen?

 

Ich bin eine Hatha-Yogalehrerin, was bedeutet, ich bringe anderen etwas über Asanas, Atemübungen und Meditation bei. Außerdem bedeutet es, ich unterrichte  Achtsamkeit.

Mir selber hat Yoga in den letzten 20 Jahren geholfen, bewusster zu leben, bewusster zu sein als Mutter, Schwester, Freundin, Lehrerin, Kollegin und Selbstständige.

 

Jeder dieser Bereiche brauchte meine Aufmerksamkeit von Zeit zu Zeit und besonders dann, wenn etwas in Schieflage geraten war. Und in den letzten Jahren war es zum Beispiel meine Beziehung zu Geld und Arbeit, die ich mal dringend auf den Prüfstand bringen musste.

 

Okay, Yoga unterrichten ist eine Dienstleistung. Ein Yogalehrer, der “vollzeit” arbeitet, gibt eine Menge Energie in seinen Unterricht, an seine Teilnehmer.

Das kann bisweilen zu einem Problem werden.

Nämlich dann, wenn der Yogalehrer vergisst, den eigenen Akku aufzuladen.

 

Als Yogalehrer zeigst Du schließlich nicht nur die Techniken und leitest die Übungen an, sondern Du inspirierst Menschen und ermutigst sie auf dem Weg der Selbstentfaltung.

Und sie haben während der Yogastunde Deine vollste Aufmerksamkeit. Nur, wenn man andere inspirieren will, dann muss man erstmal selber …. inspiriert sein.

Wenn Du in Stress gerätst, dann geht es Dir wie vielleicht in Deinem letzten Job: die Begeisterung lässt nach, Deine Kraft lässt nach, irgendwann spulst Du nur noch Dein  Programm ab.

 

Hier kommen die natürlichen Rhythmen ins Spiel!

Ich möchte heute mit Dir teilen, wie ich die ruhigen Phasen in meinem Beruf dazu nutze, meinen Akku wieder aufzuladen, damit ich voller Energie in die nächste aktive Phase starten kann.

 

Es mag sein, dass was für mich passt, für Dich nicht so stimmig ist. Trotzdem ein wichtiges Thema in Zeiten, in denen Yogalehrer-Burnout in aller Munde ist.

 

Die Jahreszeiten und Dein Kursjahr

Ich teile mein Jahr in vier Saisons auf:

 

-Frühjahr (März, April, Mai)

-Sommer (Juni bis August)

-Herbst (September bis November)

-Winter (Dezember bis Februar)

 

 

Wer schon eine Weile im Geschäft ist, der weiß, dass diese Jahreszeiten ganz typisches Verhalten bei den Teilnehmern produzieren.

Zum Beispiel ist erfahrungsgemäß im Januar und Februar eher viel los (gute Vorsätze für´s neue Jahr). Während ab November ganz im Gegensatz dazu, viele nicht mehr vom Sofa hochkommen, bzw. auf Weihnachtsfeiern oder im Einkaufsstress gebunden sind.

 

Viel los ist im späten Sommer/frühen Herbst, wenig vor den Sommerferien, besonders dann, wenn Fussball-Weltmeisterschaft ist! (Kein Witz! Ich stand schon vor einem leeren Yogaraum, Deutschland währenddessen im Viertelfinale.)

 

Sommer

 

In den Sommerferien sind viele in Urlaub und darum pausiere ich mit meinen Kursen in dieser Zeit. Und ich freue mich darüber, denn ich kann selber eine Pause machen, mehr für mich tun, wegfahren, in den Tag hinein leben, mehr mit meiner Familie zusammen sein.

Auch schon in den letzten Wochen vor den Ferien kann es sein, dass weniger Teilnehmer in die Kurse kommen  weil sie z.B. lieber mit Freunden grillen. Die, die kommen leiden manchmal unter der Hitze und sind nicht besonders aufnahmefähig.

 

Für die Vollzeit-Yogalehrer bedeutet diese Zeit oft auch weniger Geld.

Das ist ein Punkt, denn sollte man in seine Jahresplanung einbeziehen und sich gegebenenfalls etwas Geld für die kargen Monate zur Seite legen.

 

Ganz faul bin ich im Sommer nicht. Ich nutze die Zeit, um selber was Neues zu lernen, um mich um meine Inhalte zu kümmern, meine Angebote zu planen und zu erstellen und allerlei Hintergrundarbeit zu machen.

 

Herbst

Frisch und ausgeruht kann es wieder losgehen nach den Sommerferien!

Im späten Sommer/frühen Herbst sind meine Teilnehmer und ich wieder sehr motiviert und oft vollzählig am Start.

Ich habe meinen neuen Unterrichtsplan und bin meistens schon ganz voller Vorfreude! Hoffentlich bleibt das noch lange so!

 

Diese Zeit im Jahr ist besonders geeignet zu lernen, Dankbarkeit zu üben, tiefer in die ein oder andere weiterführende Yoga-Praxis einzutauchen und darum ideal für Yoga-Workshops.

Man könnte es als eine Art “Back to school”-Energie bezeichnen. 😉

 

Während die Tage kürzer werden, der Herbst beginnt, die Blätter von den Bäumen fallen und es allmählich kälter wird, ziehe auch ich mich wieder mehr ins Haus zurück und komme zur Ruhe.

 

  • In den Herbstferien tanke ich auf und mache gemütliche Sachen
  • Ich lege oft eine kleine Fortbildung in diese Jahreszeit
  • Teilnehmer profitieren in dieser Zeit dadurch, dass sie nach der Sommerpause wieder in ihre Routine finden
  • Ruhigere und erdende Yoga-Praxis bietet sich an, wenn es draußen kälter wird.

Winter

Vor den Weihnachtsferien wird es dann allmählich wieder ruhiger in den Yogaschulen und Studios. Viele Teilnehmer sind schon mit den Weihnachtsvorbereitungen und Weihnachtsfeiern beschäftigt. Viele müssen vor Weihnachten mehr arbeiten und wollen dann nur noch ihre Ruhe. Dann ist sogar der Termin im Yogaraum zuviel.

 

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Weihnachtsferien schon eine Woche vorzuverlegen. Also vor die Schulferien. Und ich bin selber froh über diese freie Zeit. Ich biete ab November auch keine Workshops mehr an.

 

Lieber schaue ich, was ich im nächsten Jahr alles machen will, vor allem am Jahresanfang, wenn am meisten los ist.

Da es die dunkelste Zeit des Jahres ist, und das Bedürfnis, sich zurückzuziehen ganz natürlich entsteht, nehme auch ich mir mehr Zeit für mich.

Ich bin ein Familienmensch, ich besuche Verwandte und Freunde, backe mit meinen Kindern und laufe mit meinem Mann durch die Stadt um Geschenke einzukaufen.

In dieser Zeit bin ich ganz wenig im Internet unterwegs und so passt es für mich zur Energie dieser Jahreszeit.

 

  • Wenn Du im Herbst richtig Gas gegeben hast und viel unterrichtet hast, dann schau, ob Du im Winter ein bisschen mehr Ruhe und Zeit für Dich selber einplanen kannst, auch wenn das bedeutet, dass Du weniger Geld verdienst
  • Nutze die Zeit um persönliche Dinge zu klären, für Rituale, für Meditation
  • Wenn Du in dieser Zeit Yoga unterrichtest, dann stellst Du wahrscheinlich fest, dass viele Deiner Teilnehmer müde sind. Biete ihnen daher ein eher meditatives, ruhiges Üben an. Mache es ihnen schön warm und kuschelig.

Frühling & Frühsommer

Ich weiß, Januar ist noch lange kein Frühling….. im Januar und Februar geht, wie soll ich sagen, die Post ab.

Jetzt kommen die guten Vorsätze zum Tragen und viele Menschen wollen “ernst machen”. Bei mir klingelt das Telefon weil neue Interessenten in die Kurse wollen.

Und, es macht auch Sinn!

Nachdem wir im Herbst ruhiger geworden sind und im Winter eine Pause gemacht haben, soll  unsere Energie wieder nach außen strömen können.

 

Ob Du Dir darüber bewusst bist oder nicht, es ist die aktivste Arbeitszeit für Yogalehrer, denke ich.

Ich bin auch immer total motiviert, im Januar und Februar, ich bin da keine Ausnahme.

Ich habe meine Workshops und Inhalte fast fertig, ich lege die Termine fest und plane, plane, plane.

 

Da es eine sehr arbeitsreiche Zeit ist, habe ich nicht so viel Zeit für meine eigenen sozialen Kontakte und Familie. Ich muss dann selber aufpassen, dass ich nicht zu viel mache.

Zum Glück haben wir ja in der ersten Jahreshälfte viele Feiertage und so immer mal eine Gelegenheit zu pausieren.

 

  • Sag Ja zu der ansteigenden Energie am Jahresanfang und werde aktiv, achte jedoch auch auf einen Ausgleich für Dich
  • Treffe die Entscheidungen, wofür Du Deine Energie einsetzt, bewusst. Manch andere Aktivität fällt womöglich unter den Tisch
  • Ab März passt eine körperlich fordernde Yoga-Praxis gut ins Konzept, was bedeutet, dass Deine Kurse lebendiger und bewegter sein werden. Meine Teilnehmer werden dann immer mal so richtig gefordert!

 

Und das führt uns dann wieder zum Sommer.

Wir sind einmal rund ums Jahr gekommen. Während ich diesen Artikel schreibe, habe ich nach einer ausgiebigen Winterpause wieder mit meinen Kursen angefangen.

Die Tage werden schon merklich länger, es regnet noch viel, aber das macht mir nichts aus wenn ich eh noch Schreibarbeit habe.

Ich habe einiges vor in diesem Jahr und bin selber total gespannt, wie es wird!

 

Ich glaube, dass Inspiration die ganze Zeit in uns ist, aber dass sie sich in den verschiedenen Jahreszeiten ganz unterschiedlich zeigt. Und ich denke, dass wir sie nur dann empfangen und verwirklichen können, wenn wir bewusst und stabil sind.

 

Fühle dich frei, Deine Erfahrungen mit dem Kursjahr in den Kommentaren zu teilen. Ich freue mich, von Dir zu hören!

 

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