Yoga Sequencing

Sinnvolles Sequencing

Tipps für Yogalehrende

Eins meiner Lieblingsthemen bei der Erstellung meiner Yogakurse ist immer wieder,

kreative und sinnvolle Sequenzen in den Unterricht einzufügen.

Kreativ, weil ich das persönlich gerne mag – natürlich innerhalb der anatomischen und philosophischen Gegebenheiten.

Sinnvoll spricht ja wohl für sich selbst.

Das sogenannte Sequencing hilft unseren Teilnehmern, alle Arten von Yoga Übungen (nicht nur Asanas), auf eine Weise zu erlernen und zu vertiefen, die Spaß macht, eingängig ist und ihnen zu Flow- Erfahrungen verhilft, die die Yogastunde zu etwas ganz Besonderem machen.

Anstatt bestimmte Übungsfolgen andauernd zu wiederholen, ermöglicht uns die “Technik” des Sequencing, sag ich mal, uns sehr spezielle, passende Abfolgen zu gestalten. Dazu ist es notwendig, sich vor Beginn eines Kurses (nicht erst vor Beginn der Kursstunde) mit dem Thema und dem Fokus des Unterrichts zu befassen.

Was dabei herauskommt ist im Idealfall ein richtig gutes Konzept!

Du betrittst den Yogaraum mit einem Plan und einer Intention, was heißt, du bietest deinen Teilnehmern etwas viel wertigeres als wenn Du einfach eine weitere 08/15 Stunde gibst.

Ja, ich weiß, klingt frech.

Man muss nicht immer perfekt sein, das will ich gar nicht behaupten.

Ich plane auch nicht JEDE Yogastunde.

Aber doch die meisten. Und vor allem dann, wenn ich ein spezielles Lernziel vor Augen habe. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn ich meine kompletten Kurse achtsam plane und mir Sequenzen zurecht lege, dass

  • es meinen Teilnehmern leichter fällt, bestimmte Asanas zu erlernen
  • Zusammenhänge zwischen Atem, Bewegung und Geist leichter verstanden werden
  • die korrekte Ausrichtung in den Asanas leichter erreicht wird
  • bessere Konzentration auf ein Thema möglich ist
Wie können wir also das Sequencing als hilfreiches Werkzeug für uns nutzen?

Wie können wir es einsetzen, um die Lernerfahrung im Yogaraum zu vertiefen?

Hier kommen ein paar Ideen, die ich gut und hilfreich finde:

Woran Du beim Planen Deiner Kurse denken solltest

Frage dich folgendes, wenn du dich hinsetzt, um deine Kursstunden zu planen, die zu den Teilnehmern passt und einen klaren Fokus hat.
  • Für wen plane ich diese Stunde?
  • Auf welchem Level übt diese Gruppe?
  • Welche “Themen” fallen mir ein, wenn ich an diese Gruppe denke?
  • Was will ich vermitteln?
  • Was sollen die Teilnehmer lernen?
  • Wie lange dauert der Kurs?
  • Welche Methoden wende ich an?
  • In welcher Jahreszeit findet der Kurs statt?

3 Hauptrichtungen für Sequenzen

Es gibt natürlich viele Arten der Kursplanung. Hier sind meine Favoriten:
  1. Auf eine bestimmte Asana vorbereiten
  2. Auf eine bestimmte Emotion hinarbeiten
  3. Ein spirituelles oder philosophisches Thema vertiefen

Vielleicht spielen bei manchen fortgeschrittenen Gruppen alle drei Bereiche eine große Rolle. Aber für den Anfang sollte einer davon ausreichen. Wie gehst Du vor?

Tipps für die Vorbereitung auf bestimmte Asanas

Oder auch auf eine fortgeschrittene Asana in einer Yogastunde.

Die Herausforderung ist hier, die idealen Vorübungen zu finden, die jeden Teilnehmer sicher und effektiv in die Endhaltung führen.

Und hinterher wieder raus.

Yogaschüler (mich eingeschlossen) mögen es, auf ein Ziel hinzuarbeiten, etwas Neues zu lernen und zu erfahren und auch mal was schwieriges auszuprobieren!

  • Wähle ein angemessen fortgeschrittene Asana für die Gruppe aus
  • Die Haltung sollte herausfordernd , aber nicht unmöglich für die Gruppe sein, so dass jeder Teilnehmer zumindest eine leichtere Stufe der Endhaltung hinkriegt und niemand sich ausgeschlossen fühlt
  • Überlege Dir genau, was alles nötig ist, um die Haltung korrekt einzunehmen und dann wähle die vorbereitenden Übungen mit Hinblick darauf was immer die Teilnehmer wissen und können müssen, um dorthin zu kommen. Lehre sie eher die Schlüssel-Bewegungen und die Ausrichtung als die äußere Form
  • Gehe logisch vor und sorge dafür, dass die erforderlichen Muskelgruppen gestärkt sind und die nötigen Dehnungen erledigt sind, bevor Du zum Höhepunkt der Stunde kommst
  • Plane genug Zeit ein für mehrere Versuche, für Fragen und Hilfestellungen und schließlich auch Gegenbewegungen
  • Wähle dann ein paar neutrale Übungen zum Ausgleich und zum “runterkommen” , dann Savasana, um das Neue zu verinnerlichen und Geist und Körper zu entspannen

Tipps für das Sequencing rund um ein Ausrichtungsprinzip

Eine Yogastunde zu entwerfen, die ein zentrales Ausrichtungs-Prinzip hervorhebt, ist eine großartige Möglichkeit, deinen Teilnehmern durch Wiederholung und Übung bestimmte Details der Yogapraxis fest in ihren Körpern und Köpfen zu verankern.

Wähle ein einfaches Ausrichtungs-Prinzip, das Deinen Schülern mehr Leichtigkeit, Verbundenheit oder Sicherheit in ihrer Praxis vermittelt.

Wähle einfache und vertraute Haltungen, die ihnen helfen, das Prinzip der Ausrichtung klar und deutlich wahrzunehmen und zu verstehen, so dass sie wissen, was gemeint ist, und welche Vorteile es hat.

Zum Beispiel: In Tadasana weise auf die richtige Stellung der Füße hin und lasse Sie sie wissen, dass die Einstellung einer guten Grundlage 90% der Fehlausrichtungsprobleme im Körper der Haltung beseitigt und einen geerdeten, achtsamen Geisteszustand erzeugt.

Wähle nun ein paar Haltungen, in denen es schwieriger ist, das Ausrichtungsprinzip aufrechtzuerhalten, aber die durch das Prinzip selbst stark begünstigt werden, z.B.: Urdhva Danurasana, das Rad. Übe, mit der Fußstellung als Fundament, das es ermöglicht, nicht nur Rückenschmerzen zu vermeiden sondern auch, deutlich die Öffnung im Oberkörper wahrzunehmen und eine größere Verbindung zur Erde zu spüren.

Stelle sicher, dass die Ausrichtung oft genug wiederholt wird, und zwar in so vielen verschiedenen Haltungen, dass die Schülerinnen und Schüler sie klar verstehen – auch wenn sie sie noch nicht die ganze Zeit über aufrecht erhalten können. Das gibt ihnen etwas, auf das sie hinarbeiten können.

Tipps für das Sequencing rund um eine bestimmte Emotion

Für viele Teilnehmer stehen die körperlichen Belange zunächst einmal im Vordergrund. Besonders bei Anfängern. Das ist ganz natürlich, denn jeder orientiert sich in seinen Erwartungen zunächst an den offensichtlichen Dingen.

Mit der Zeit lernt man dann, dass das Üben von Hatha Yoga auch Auswirkungen auf die Emotionen hat. Ein Gebiet, auf dem wir oft nicht so bewusst unterwegs sind.

Beim Hinarbeiten auf Emotionen ist es besonders wichtig, sich auf EINE Ziel-Emotion zu beschränken.

Wähle dann Übungen aus, die diese Emotion adressieren, fördern und bewusst spürbar machen. Hier hast du jetzt schon einen weit größeren Schatz an möglichen Asanas, Pranayamas, Konzentrationsübungen, Mudras, Meditationen usw., denn du begibst dich mit deinem Lehrstoff über die körperliche Ebene hinaus. Du begibst dich mit deinen Teilnehmern auf die Ebene der Geist-Kontrolle.

Sehr spannend!

Es ist sicher von Vorteil, bereits mit den gängigen Yoga Haltungen vertraut zu sein, bevor man sich an die Emotionen wagt, (die man unbewusst schon die ganze Zeit beeinflusst).

Und zu Beginn reicht es oft schon aus:

  • sich seiner Emotionen bewusst zu werden
  • zu verstehen, dass man nicht das Opfer seiner Emotion ist
  • dass man demzufolge die eigenen Emotionen beeinflussen kann

um einen klärenden Effekt auf das eigene Dasein zu erlangen.

Tipps für das Sequencing rund um ein Thema

Sequencing zu einem philosophischen oder spirituellen Thema kann eine Menge Energie in deine Kurse bringen.

Sobald du ein inspirierendes Thema für deine Gruppe gewählt hast, versuche, das Thema in ein oder zwei Schlüsselbegriffe zu fassen. Sie sollten die Hauptlektion repräsentieren, die du vermitteln möchtest und die deine Schüler in der Lage sein sollen, zu verkörpern oder zu kultivieren.

Wähle jetzt Haltungen aus, die deinen Schülern helfen, das Thema oder die Stimmung, die du in der Gruppe kultivieren willst, zu verkörpern, und denke darüber nach, wie du die Übungen sequenzieren und anleiten wirst, so dass es deine Themenwahl unterstützt.

Denke darüber nach, welche Atemübungen (Pranayama), Meditationen, Partnerübungen, Demonstrationen, Texte oder Visualisierungen du vielleicht auch einbeziehen möchtest, um dein Thema zu vermitteln.

Ich hoffe, dass du einige dieser Vorschläge hilfreich findest und dass sie dich dazu inspirieren können, deine Kurse mit größerer Genauigkeit zu planen.

Happy Sequencing!

P.S.:

Hier noch ein paar Info-Quellen:

Mahashakti Uta Engeln auf Heilyoga.me

Mark Stephens´s Blog

 

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